Ein Beitrag zur Baukultur
Erneuerung und Erweiterung eines Wohnhauses in Berkoth

Bauherrin: Svenja & Christina Kapell, Berkoth
Planung: Manfred Berg, Waxweiler
In der Ortsgemeinde Berkoth befindet sich ein kleines Wohnhaus, das als Reitisch-Haus bekannt ist. Es wurde im Jahr 1900 erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude teilweise zerstört und anschließend wiederaufgebaut. Nach dem Eigentümerwechsel im Jahr 2018 wurde das Wohnhaus umfassend saniert. Das Ökonomiegebäude wurde aufgrund seines schlechten baulichen Zustands abgetragen und durch einen Erweiterungsanbau mit zusätzlichen Wohnräumen ersetzt.
Das Wohnhaus wurde unter Verwendung regionaler und ökologischer Materialien saniert. Das Dach erhielt eine neue Schiefereindeckung, während die Fassade mit einem mineralischen Kellenstrichputz versehen und neu gestrichen wurde. Die Fenster wurden mit einer historisch passenden Sprossenaufteilung ausgeführt.
Die beiden Nebengebäude wurden mit einer anthrazitfarbenen Ziegeleindeckung versehen. Sämtliche Türen und Tore sind aus Eichenholz gefertigt. Nach dem Entfernen der Fliesen im Türrahmen trat der ursprüngliche historische Sandstein wieder sichtbar hervor.
Im Wohnhaus konnten die bestehenden Raumstrukturen sowie die vorhandenen Baustoffe weitgehend erhalten und weiter genutzt werden. Die historischen Holzbalkendecken mit Lehmfüllung wurden mit nur wenigen Eingriffen wieder erlebbar gemacht. In den Wohnräumen kam ein massiver Eichenholzboden zum Einsatz. Wände und Decken wurden mit Lehm verputzt und anschließend mit einer mineralischen Farbe gestrichen. Auch die bauzeitliche Holztreppe sowie der historische Tarkenschrank im Wohn- und Essbereich blieben erhalten.
Auch im Erweiterungsbau kamen mineralische und ökologische Materialien zum Einsatz. Aufgrund des abfallenden Grundstücks bot es sich an, im Erdgeschoss die Garagen unterzubringen. Im Obergeschoss befindet sich der Wohnbereich, während im Dachgeschoss ein Badezimmer sowie ein Büro eingerichtet wurden.
Energetisch wurde das Haus durch den Einsatz mineralischer Dämmstoffe, einer Pelletheizung und Kaminöfen modernisiert.
Dieses Projekt zeigt, wie leerstehende Gebäude im Ortskern saniert und weiterentwickelt werden können. Es verbindet modernen Wohnkomfort mit dem Erhalt des Altbau-Charmes und stellt eine Bereicherung für das Dorf und die Gemeinschaft dar.
Vorher – Nachher Bilder







Fotografie: Svenja Kapell, Berkoth