Ein Beitrag zur Baukultur
Erneuerung und Umnutzung eines Wohn- und Ökonomiegebäudes in Berkoth

Bauherrin: Nadine Bretz, Berkoth
Planung: Manfred Berg, Waxweiler
Im kleinen Weiler Heinischseifen in Berkoth steht ein Wohnhaus, dessen Ursprünge bis in die 1930er-Jahre zurückreichen. Was damals als kompakter landwirtschaftlicher Betrieb begann – bestehend aus Anbindestall, Heuboden, Schuppen und einem kleinen Wohnbereich – hat sich über die Jahrzehnte grundlegend gewandelt.
Mit jeder Generation kamen neue Bedürfnisse hinzu, und das Gebäude wurde Stück für Stück erweitert. Aus dem einst einfachen Hof, der 1991 seine landwirtschaftliche Nutzung einstellte, entstand im Laufe der Zeit ein weitläufiges Anwesen. Heute umfasst es nahezu 500 Quadratmeter und zeugt von einer kontinuierlichen Entwicklung, die Tradition und Modernisierung miteinander verbindet.
Seit 2014 befindet sich das Anwesen im Besitz der Familie Bretz-Schares. Vier Jahre später begann sie mit der umfassenden Sanierung der Gebäude. Während das Wohnhaus weiterhin seiner ursprünglichen Funktion dient, erfuhr das frühere Ökonomiegebäude eine vollständige Umnutzung: Es beherbergt heute eine weitere eigenständige Wohneinheit. Zudem entstand im Dachgeschoss eine zusätzliche Anliegerwohnung. Ein kleiner Schuppen wird weiterhin genutzt – und zwar für die Hobby-Landwirtschaft, die einen Teil des traditionellen Charakters des Anwesens bewahrt
Die Gebäudehülle wurde vollständig mit Mineralwollplatten gedämmt und anschließend mit einem mineralischen gequsteten Landhausputz, sowie einem Anstrich mit Mineralfarbe versehen. Zudem wurden die alten Fenster zu klassischen Sprossenfenstern erneuert.
Um das Dach statisch zu entlasten, ersetzte man die vorhandenen Betonziegel durch eine leichte Aluminiumdeckung in Schieferoptik. Dies schuf zugleich die Grundlage für die Installation einer Photovoltaikanlage
Durch die Verlagerung des Hauseingangs an die Giebelseite entstand ein klar definierter Hofbereich. Die übrigen Gebäudeseiten wurden mit Blumenbeeten gestaltet und um einen ruhigen Aufenthaltsbereich ergänzt, was dem Außenraum eine freundliche und einladende Struktur verleiht.
Im Innenbereich wurde die Raumaufteilung im Wohnhaus neu geplant. Wände versetzt und das Dachgeschoss abgetrennt. Alle Wohnräume wurden mit Lehm verputzt und ausschließlich mit Kalkfarbe gestrichen. In nahezu allen Räumen wurde massiver Eichenholzboden verlegt und naturbelassen geölt. Auch die Treppen sowie alle Fensterbänke wurden aus Eichenholz neu gefertigt. Im Dachgeschoss konnten einzelne Dachbalken sichtbar belassen und in die Raumgestaltung integriert werden. So entstand im gesamten Haus eine klare, durchgängige und einheitliche Gestaltung.
Auch in energetischer Hinsicht wurde das Gebäude vollständig auf ein regeneratives System umgestellt. Die alte Ölheizung wurde durch einen Scheitholz-Pellets-Kombinationsofen ersetzt, der eine zuverlässige und ressourcenschonende Wärmeversorgung gewährleistet. Die Photovoltaikanlage trägt zusätzlich zur Energieeffizienz bei, indem sie überschüssigen Strom über integrierte Heizstäbe in den Wasserpufferspeicher einspeist.
Vorher – Nachher Bilder





Fotografie: Nadine Bretz, Berkoth