Bauen im Bestand:


Hof Schwickerath (2007) - 54363 Meckel

Hof Schwickerath (2007) - 54363 MeckelHof Schwickerath (2007) - 54363 MeckelHof Schwickerath (2007) - 54363 MeckelHof Schwickerath (2007) - 54363 MeckelHof Schwickerath (2007) - 54363 Meckel

Das Haus steht beispielhaft für sich permanent wandelnde Anforderungen an das Wohnen: 1800 erbaut, 1850 Erweiterung, 1953 Fassadenerneuerung, 1977 Verlegung des Eingang.

Eine erste Bauaufgabe ist eine regionalbezogene Modernisierung der Süd-West-Fassade und des Wohnzimmers. Der Wohnbereich wird durch zwei neue Fenster belichtet. Die Fassade wird ins Gleichgewicht gesetzt. Das Fassadenbild ist neu, aber dem Eifelaner nicht fremd. Beim neuen Innenausbau finden Solnhofener Naturstein, geöltes Eichenholz und weißer Kalkputz Anwendung. Der Eingangsbereich wird in Mendiger Basalt neu gestaltet. Die Hofmauer geht höhengleich in den neuen Bruchsteinsockel über. Dadurch wird der Hof neu gefasst und definiert. Auf dem oberen Plateau erhält die Küche einen direkten Zugang zur Terrasse. Die präzise Verarbeitung dieser bereits vorhandenen Materialität veredelt den Hof.

Der Architekt sagt dazu: „Bei dem Umbau des Hofes Schwickerath wurden ausschließlich traditionelle Baustoffe (...), die würdevoll altern können, verwendet. Diese hochwertigen Materialien wurden in einer subtil modernen Weise verarbeitet, die sich in den Bestand einfügt. Insgesamt bekam das Haus einen unaufgeregten und stimmigen Ausdruck. Es wurde größtenteils von den über die vielen Jahre angeeigneten verschiedenen Baustilen und Details bereinigt...“

Und auf die Frage, was den Bauherren besonders wichtig war, antwortet er: „Das alte Bauernhaus sollte den 50er / 70er Charme ablegen. Der Bauherr wünschte eine neue, der Küche vorgelagerten Terrasse und ein großes Wohnzimmerfenster. Diese Wünsche kann ein altes, traditionelles Bauernhaus so nicht erfüllen. Wir mussten das in Einklang bringen mit dem über 200 Jahre alten Bestand.“ So erhielt die Küche ein zweiflügeliges, bodentiefes Fenster und das alte bleiverglaste, flachliegende Wohnzimmerfenster aus den 50er Jahren wurde durch zwei verschieden große, mit Sandstein umfasste Fenster ersetzt. Sie bringen die gewünschte Helligkeit, erinnern an den ehemaligen Haupteingang und fügen sich wieder in die lange Zeit unterbrochene Ordnung der übrigen Fenster.

Architekt:
Dipl.-Ing. (FH) Rainer Roth, Meckel
www.rainerroth.com

Bauherrin:
Familie Schwickerath, Meckel

Beim Baukulturpreis Eifel 2013 erhielt das Projekt in der Kategorie "Erhalten traditioneller Baukultur/Denkmalpflege" eine Auszeichnung.
Jurybewertung:
Der Hof Schwickerath in Meckel wurde seit seinem Bau um 1800 immer wieder erweitert und umgebaut. Den daraus resultierenden Stilmix hat der Architekt Rainer Roth beispielhaft bereinigt und harmonisiert, so dass der alte Charme des eifeltypischen Bauernhauses wieder zu Vorschein kommen konnte. Die notwendigen Anpassungen der Bausubstanz, die eine zeitgemäße Belichtung und Wohnqualität im Innenraum schaffen, wurden behutsam in die Fassadenstruktur integriert und orientieren sich am ursprünglichen Öffnungsrhythmus. Die natürlichen und lokalen Materialien sowohl des Innen- als auch des Außenbereichs fügen sich in das stimmige architektonische Gesamtbild. Von der resultierenden Qualität profitiert am Ende nicht nur der Bauherr, sondern die Gemeinde insgesamt, so dass das Projekt als beispielhaft in Sinne der Baukultur bewertet wird.

Die Veröffentlichung in den Kreis-Nachrichten des Eifelkreises Bitburg-Prüm:

pdfMeckel Hof Schwickerath_Rainer Roth298.91 KB

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