Öffentliche Infrastrukturbauten:

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Nicht eifeltypisch aber besonders
Ein architektonisches Highlight von besonderem Rang findet sich in Bitburg. Das Architekturbüro Behnisch & Partner aus Stuttgart hat 2002 das Europäische Berufsbildungswerk - Euro-BBW - hier gebaut. Spätestens seit den Olympischen Sommerspielen 1972 ist Architekt Günther Behnisch, unter dessen Leitung eine Arbeitsgruppe die Stadien plante, weltweit bekannt. Auch die Bundestagsgebäude mit Plenarsaal in Bonn stammen aus dem erfolgreichen Architekturbüro.
Das Euro-BBW, dessen Träger der Landesverband des DRK ist, bietet jungen Menschen und Erwachsenen mit psychischer und körperlicher Beeinträchtigung die Möglichkeit einer beruflichen Qualifizierung. Die Auszubildenden aus ganz Europa haben hier die Möglichkeit, staatlich anerkannte Berufsabschlüsse wie beispielsweise als Koch/ Köchin, Bürokauffrau/mann oder Tischler/in zu erwerben.
Natürlich ist die Architektur nicht gerade eifeltypisch, aber die überregionale, offene Funktion des Hauses rechtfertigt die stellenweise expressiven Bauformen. Zudem liegt das Berufsbildungswerk am Ortsrand von Bitburg, in Nachbarschaft von Gewerbeflächen und einer amerikanischen Siedlung. Der Architekt musste sein Gebäude also an keine gewachsene Baustruktur zwingend anpassen. Umso überzeugender ist die Gesamtanlage dem Landschaftsraum und der Topografie angepasst.

Der Campus öffnet sich vor allem in die angrenzende Eifeler Landschaft. Besonderen Wert wurde deshalb auch auf die Gestaltung der Freiflächen, mit denen sich das Gebäude verzahnt, gelegt. Im „Architekturführer Rheinland-Pfalz 1945 bis 2005 – Baustelle Heimat“, Verlag Schnell + Steiner, ist das Euro-BBW das einzige aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm vertretene Projekt. Darin beschreibt Journalist Enrico Santifaller das Gebäude so: „… auf den ersten Blick – entsteht ein verwirrender, bisweilen chaotischer Eindruck. (…) Die Architekten verteilten die verschiedenen Unterrichtsräume auf verschiedene Baukörper, denen sie verschiedene, stets heitere Farben zuordneten. Die Unterrichtsräume selbst sind hell und lichtdurchflutet und klar sowie regelmäßig strukturiert, die Vielgestaltigkeit kommt vor allem durch die unorthodoxe Fügung der einzelnen Volumina und der verschiedenen Materialien zustande. Die Vermeidung von Zwängen, im Erläuterungstext der Architekten dreimal wiederholt, und die Schaffung einer „lebendigen“ Atmosphäre waren die Hauptintentionen des Entwurfs.
Disziplinierter, ruhiger und reduzierter, deshalb auch entspannter wirken die beiden zweigeschossigen Wohnhäuser in Form eines doppelten S. Das Sportgebäude, das auch Freizeit und Gemeinschaftsräume beherbergt, spricht wieder
das architektonische Vokabular des Unterrichtsbereichs. Alle Gebäude sind verbunden und durchdrungen von der Landschaft – eine Bildungslandschaft in einem ganz neuen Sinne des Wortes.“


Architekt: Behnisch Architekten, Stuttgart


Bauherr: Deutsches Rotes Kreuz DRK, Landesverband Rheinland-Pfalz
Fotos: Innenraum: Behnisch Architekten, Stuttgart www.behnisch.com
           Aussenaufnahmen: Herbert Mayer, Dudeldorf

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Hier ergänzend ein Auszug aus dem Architekturführer Rheinland-Pfalz, Baustelle Heimat, 1945-2005,
Beschreibung des Projektes von Enrico Santifaller, Frankfurt am Main
pdfEuroBBW_in_Bitburg.pdf

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